Papst Franziskus hat entschieden.
Erzbischof Stefan Heße bleibt im Amt.

Entscheidung

Papst Franziskus hat entschieden

Papst Franziskus hat den Amtsverzicht des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße nicht angenommen und ihn gebeten, „seine Sendung als Erzbischof von Hamburg im Geist der Versöhnung und des Dienstes an Gott“ fortzuführen.

Entscheidend war auch, dass der Erzbischof seine Fehler „in Demut“ anerkannt und sein Amt zu Verfügung gestellt habe.

Liebe Schwestern und Brüder,

Papst Franziskus hat mein Angebot, auf mein Amt als Erzbischof zu verzichten, abgelehnt.

Es war für mich konsequent, Verantwortung für meine Verfahrensfehler und das Versagen des Systems im Umgang mit den Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln zu übernehmen. Nun aber ist der Wunsch des Papstes für mich verpflichtend.

Es geht um einen Neuanfang in unserem Erzbistum. Denn: Die vergangenen sechs Monate haben mich geprägt und sind auch nicht spurlos am Erzbistum vorüber gegangen.

 

Ich bitte Sie um Ihre Mitwirkung – auch durch Ihre offene Kritik.

Ich wünsche mir, dass wir als Christinnen und Christen den Blick nach vorne richten und gemeinsam für die Menschen im Norden da sind. Ich werde mein Bestes geben.

Ihr

+ Stefan Heße

Ihre Meinung

Erzbischof Heße lädt Sie ausdrücklich ein, ihm Ihre Meinung
zu der Entscheidung des Papstes mitzuteilen.

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Fragen und Antworten

Themenbereich Entscheidung

„Mein Verzicht war notwendig. Es war für mich zwingend, Verantwortung für meine damaligen Fehler und das Versagen des Systems im Umgang mit den Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln zu übernehmen. Nun aber ist die Entscheidung des Papstes für mich bindend.“

Erzbischof Stefan Heße weiß genau, dass es für das Erzbistum Hamburg um einen Neustart geht. Deshalb hat er sich sehr bewusst entschieden, sich zunächst zu beraten und dann erst zu den Inhalten zu schreiben. Sie sind eingeladen, ihm Ihre Kritik zu schreiben. Nutzen Sie dazu bitte unser Formular.

Erzbischof Stefan Heße hat auch während seiner Auszeit sein Gehalt erhalten. Anders als zu vermuten, hatte er aber weder arbeitsfrei oder gar sechs Monate Urlaub. So hat er weiterhin wichtige Termine wahrgenommen und war stets über die Bistumsentscheidungen informiert und involviert.

Erzbischof Stefan Heße hat auch dafür die moralische (Mit-)Verantwortung übernommen. Er schrieb ja ausdrücklich, dass er auch die Verantwortung für das „Versagen des Systems im Umgang mit den Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln“ übernimmt. Der Papst hat nicht begründet, warum er diesem Mangel bei seiner Entscheidung keine Bedeutung gegeben hat.

Natürlich sind Papst Franziskus und seine Verwaltung über die Situation in Deutschland gut informiert. Aber er kann nicht den Amtsverzicht eines Bischofs nur deshalb annehmen, weil die öffentliche Meinung dies erwartet.

Im Umgang mit Managern und erst recht mit Politikern erscheint es uns normal, dass jemand, der gravierende Fehler begeht, gegen Recht verstößt oder wegen der öffentlichen Meinung nicht mehr tragbar ist, gehen muss. Deshalb entspricht die Forderung nach einem Neuanfang durch den Rücktritt aller deutschen Bischöfe, die persönlich oder systemisch Verantwortung für Fehler oder Mängel bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle oder im Umgang mit den Betroffenen tragen, der Verfassung der Kirche.
Der Papst hat nach sorgfältiger Prüfung der Fehler von Erzbischof Heße ohne weitere Begründung darauf verzichtet, gegen den Erzbischof eine Kirchenstrafe zu verhängen oder ihm eine öffentliche Buße aufzuerlegen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass dafür keine Notwendigkeit bestand. Dass nicht wenige Menschen eine Strafe für angemessen halten, ist ja kein angemessener Grund.

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Mit ihren Präventionskonzepten, mit der Aufklärung der Missbrauchsfälle und mit den Untersuchungen zum Umgang mit der Aufarbeitung haben viele Diözesen die notwendigen Schritte unternommen bzw. sind dabei. Doch haben die unfassbaren Verbrechen sexualisierter Gewalt, die von Priestern, Ordensfrauen und -männern sowie weiteren im Kirchendienst Beschäftigten begangen wurden, das Vertrauen von mehreren Generationen wohl dauerhaft zerstört.

Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Für die Entscheidung des Papstes wurde das Fehlverhalten des Erzbischofs geprüft. Weder nach kirchlichem noch nach staatlichem Recht ist eine Strafe angezeigt. Der Erzbischof ist kein Straftäter. Der Papst hätte die Möglichkeit gehabt, gegen den Erzbischof eine Kirchenstrafe zu verhängen oder ihm eine Buße aufzuerlegen. Auf beides hat er nach sorgfältiger Prüfung der Fehler aber verzichtet.

Warum sollte der Erzbischof einen „Aufpasser“ bekommen?

Papst Franziskus hat ausdrücklich festgestellt, dass Erzbischof Heße in keinem einzigen Fall versucht hat, Missbrauch zu vertuschen.

In seinem offenen Brief an die Gemeinden schrieb er am 19. März: „Deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, dass die Fakten auf den Tisch kommen und, dass wir für die Zukunft gerade auch aus den systemischen Unzulänglichkeiten weiterlernen. Aufklärung und Aufarbeitung sind das Gebot der Stunde. Das gilt nicht nur für Köln, sondern ist selbstverständlich auch eine bleibende Aufgabe für die gesamte Kirche und damit auch in unserem Erzbistum.“

Nach dem Kirchenrecht steht es keinem kirchlichen Amtsträger frei, sein Amt einfach aufzugeben. Das ist anders als bei unseren Politikern. Auch kündigen kann ein (Erz-)Bischof nicht einfach. Erzbischof Heße dazu: „Ich habe die Verantwortung für meine damaligen Fehler und das Versagen des Systems im Umgang mit den Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln übernommen. Nun aber ist die Entscheidung des Papstes für mich bindend.“

Mit keiner der Verfehlungen bzw. Verstöße gegen kirchliche und staatliche Normen, die das „Kölner Gutachten“ feststellt, hat sich der Erzbischof nach staatlichem oder kirchlichem Recht strafbar gemacht. Gegen ihn wird deshalb auch nicht ermittelt.

Keiner der Verfehlungen bzw. Verstöße gegen kirchliche und staatliche Normen im Umgang mit Missbrauchsfällen war so gravierend, dass Erzbischof Heße weitere Konsequenzen zu tragen hätte.

Erzbischof Heße ist kein Täter. Er hat sich weder sexualisierter Gewalt noch vorsätzlicher Vertuschung bei der Aufklärung von solchen Verbrechen schuldig gemacht. Dennoch hatte er die Verantwortung für sein Handeln, Verfahrensfehler und Fehler im System Kirche übernommen. Seit 2010 hat die Kirche alle notwendigen Schritte unternommen, damit Schuldige an sexuellen Gewaltverbrechen nach staatlichem und kirchlichem Recht zur Verantwortung gezogen werden.

Kirche ist mehr als Amtskirche, Würdenträger und Gebäude. Sie ist als Institution so fehlerhaft wie alle menschlichen Gemeinschaften.

Bitte messen Sie Kirche nicht nur an den Amtsträgern. Wenn Sie vor Ihrem Gewissen gezwungen sind auszutreten, können Sie Ihren Austritt auf dem Standesamt Ihrer Kommune erklären. Bitte suchen Sie vorher das Gespräch mit uns. Sie erreichen mögliche Gesprächspartner unter:

Katholische Glaubensinformation
Michaelisstraße 5, 20459 Hamburg
Tel.: (040) 441 409-110
E-Mail: info@kgi-hh.de
www.kgi-hh.de

Themenbereich Zukunft

Erzbischof Stefan Heße spricht davon, dass es um einen Neuanfang für das Erzbistum geht. Er wird sich zunächst mit den wichtigsten Gremien beraten, seine Positionen finden und dann an die Gläubigen schreiben.

Die Entscheidungen, die Erzbischof Heße zur Sicherung der Zukunft des Bistums getroffen hat, waren angesichts der wirtschaftlichen Lage des Bistums notwendig, bleiben gültig und werden umgesetzt. Das gilt insbesondere für die Schulen aber auch für andere Einrichtungen wie Bildungshäuser etc. Ebenfalls wird mit der Vermögens- und Immobilienreform der Gebäudebestand des Bistums und der Pfarreien reduziert, um notwendige Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen finanzieren zu können. Diese schmerzhaften Einschnitte sind unvermeidbar.

Themenbereich Missbrauch​

Die katholische Kirche und auch das Erzbistum haben aus den Missbrauchsfällen umfassend Konsequenzen gezogen und vorbildliche Maßnahmen zur Prävention von sexualisierter Gewalt ergriffen. Mehr als 14.000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Erzbistum bisher geschult worden. Prävention wurde in allen kirchlichen Einrichtungen initiiert, wird koordiniert und kontinuierlich weiterentwickelt. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite unserer Präventionsstelle.

Erzbischof Stefan Heße dazu: „Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt wird und bleibt der Maßstab unseres Handelns ebenso wie meine und unsere Bemühung, den Betroffenen sexualisierter Gewalt und ihren leidvollen Erfahrungen … gerecht zu werden.“

Die katholische Kirche hat sich seit dem Bekanntwerden unzähliger Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Einrichtungen den aktiven Schutz und die Stärkung der Rechte von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen zum ausdrücklichen Ziel gemacht.

Es geht um die konsequente Aufarbeitung der Geschehnisse der Vergangenheit innerhalb des Erzbistums Hamburg und der katholischen Kirche in Deutschland. Darüber hinaus geht es darum, die Prävention von sexuellen Missbrauch heute in allen kirchlichen Einrichtungen zu initiieren, zu koordinieren und beratend zu begleiten.

Um die beschriebenen Ziele zu verwirklichen, bedarf es einer breiten institutionellen Verankerung der Präventionsarbeit. 2011 wurde die Fachstelle Kinder- und Jugendschutz gegründet. In ihr wurden alle Aufgabenbereiche gebündelt, die für die Aufarbeitung von sexuellen Missbrauch in der Vergangenheit und für die institutionelle Prävention zukünftig notwendig sind. Dazu zählen u.a.: die Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten, die Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die permanente Sensibilisierung für das Thema.

Zur Prävention finden Sie hier weitere Informationen.

Ereignisse

September & Oktober 2021
Ausblick

Wie in seinem offenen Brief angekündigt, berät Erzbischof Heße sich im Oktober und November 2021 mit Priesterrat, Diözesanpastoralrat, Erzbischöflichem Rat sowie weiteren Personen und Gremien, um über die Erneuerung und Weiterentwicklung der Kirche im Norden zu beraten.

Im Anschluss daran wird er sich erneut an die Christinnen und Christen im Erzbistum wenden.

16.09.2021
Persönlicher Brief des Erzbischofs an alle Katholiken

Erzbischof Stefan Heße wendet sich in einem persönlichen Brief an alle Katholikinnen und Katholiken im Erzbistum Hamburg. Hier können Sie den Brief im Wortlaut nachlesen.

15.09.2021
Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der DBK
„Mit der heutigen Entscheidung des Papstes endet für das Erzbistum Hamburg und für Erzbischof Dr. Stefan Heße eine schwierige Zeit der Ungewissheit.“
15.09.2021
Offener Brief an alle Katholiken

Erzbischof Stefan Heße schreibt einen Brief an alle Katholiken. Hier können Sie den Brief im Wortlaut nachlesen

15.09.2021
Erzbischof Stefan Heße übernimmt Verantwortung
„Die mir gewährte Auszeit ist beendet und ich übernehme nun nach dem Willen des Papstes ausdrücklich wieder Verantwortung als Erzbischof von Hamburg.“
15.09.2021
Papst Franziskus entscheidet

Der Papst bittet Erzbischof Heße, „seine Sendung als Erzbischof von Hamburg im Geist der Versöhnung und des Dienstes an Gott“ fortzuführen.

August 2021
Bericht der Visitatoren geht nach Rom

Eine Sprecherin des Rotterdamer Bischofs Hans van den Hende bestätigt der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA), dass dieser – gemeinsam mit dem zweiten Visitator – sein „Votum“ abgegeben habe.

Juni 2021
Erzbischof zu Gesprächen mit Visitatoren in Köln

Die beiden Apostolischen Visitatoren Kardinal Anders Arborelius von Stockholm und Bischof Hans van den Hende von Rotterdam führen ein vertrauliches Gespräch mit Erzbischof Dr. Heße.

18.06.2021
Ablauf Drei-Monats-Frist

Die dreimonatige kirchenrechtliche Frist (can. 189 § 3 CIC) für eine Entscheidung über den Amtsverzicht greift wegen der vom Papst gewährten unbefristeten Auszeit nicht.

Mai 2021
Erzbischof zu Gesprächen im Vatikan

Aus Anlass des Angebots seines Amtsverzicht hält sich Erzbischof Dr. Heße zu Gesprächen in Rom auf.

19.03.2021
Papst Franziskus reagiert

Papst Franziskus gewährt Erzbischof Heße eine Auszeit gewährt, die nicht befristet ist. Diese Auszeit endet durch eine Entscheidung des Papstes.

19.03.2021
Offener Brief des Erzbischofs an alle Katholiken

Erzbischof Heße hat einen Brief an alle Katholiken in seinem Bistum geschrieben, in dem er erläutert, was ihn zum Amtsverzicht bewogen hat. Der Brief im Wortlaut ist hier nachzulesen.

19.03.2021
Erzbistum handlungsfähig

Generalvikar Ansgar Thim übernimmt weitere Verantwortung für das Erzbistum Hamburg. In der Leitung des Erzbistums wird er durch Alexander Becker, den Verwaltungsdirektor des Erzbistums, und Weihbischof Horst Eberlein unterstützt.

18.03.2021
Angebot Amtsverzicht

Vor dem Hintergrund des „Kölner Gutachtens“ bietet Erzbischof Dr. Heße Papst Franziskus den Verzicht auf sein Amt an und lässt seine Amtsgeschäfte ruhen. Stellungnahme (Video)

Seelsorge

Ihr Vertrauen in die Kirche ist erschüttert?

Sie überlegen auszutreten? Dann sollten wir ins Gespräch kommen.

Rufen Sie uns an:

Sie möchten mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger sprechen?

Die erfahrenen Seelsorgerinnen und Seelsorger in Ihrer Gemeinde kümmern sich um Menschen in schwierigen Situationen und bieten Ihnen sinnstiftende Beratung aus ihrem christlichen Glauben heraus an. Scheuen Sie sich nicht, um ein persönliches Gespräch zu bitten. Gerade in Glaubensfragen und Sinnkrisen ist ein persönliches Gespräch durch nichts zu ersetzen.

Die Seelsorgerinnen und Seelsorger in Ihrer Gemeinde sind für Sie da.

Hier finden Sie Ihre Gemeinde und die Kontaktdaten. Bitte vereinbaren Sie einen Termin.

Unser Tipp für den Notfall:

In den Ansagen der Anrufbeantworter der meisten Gemeinden findet sich auch eine Notfallnummer, unter der Sie einen Seelsorger auch außerhalb der Bürozeiten rund um die Uhr erreichen können.

Zudem ist die Telefonseelsorge Tag und Nacht für Sie da:

Krisenkompass-App

Ein Notfallkoffer für die Hosentasche

Mit der KrisenKompass App will die TelefonSeelsorge in Deutschland Kindern und Jugendlichen, Frauen und Männern ein Instrument zur Krisenbewältigung an die Hand geben. Das Ziel ist, über Suizidgedanken, Suizide und ihre Folgen zu informieren, Ressourcen und Werkzeuge der situativen Bewältigung zur Verfügung zu stellen.

Beratung

Not sehen und handeln.

„Not sehen und handeln.“ lautet das Motto der Caritas, aber eigentlich auch das aller Christen. Für den Nächsten da zu sein, in allen Lebenslagen, unabhängig von Konfession, Religion, Geschlecht und Herkunft – dafür stehen die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsangebote im Erzbistum Hamburg.

Beratungsangebote für Sie

Familie und Soziales
Sexualisierte Gewalt & Prävention

für Fragen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener

Karin Niebergall-Sippel, Heilpädagogin
Frank Brand, Rechtsanwalt
Michael Hansen, Sozialpädagoge
Eilert Dettmers, Rechtsanwalt
Bettina Gräfin Kerssenbrock, Volljuristin

Tel.: 0162 326 04 62
→ Kontakt per E-Mail
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NEXUS – Netzwerk Hamburger Beratungsstellen gegen sexualisierte Gewalt

Tel.: (040) 721 736 3
→ Zur Internetseite

 

Weiteres

Hier finden Sie schnell alle hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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Katholische Datenschutzaufsicht Nord
Tel.: (0421) 330 056-0
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